Vorbemerkung
doppelte Gleisverbindung
flexible Weichen
Anschluß

Weichenselbstbau

mit Tillig-Elite-Gleis

Stufe 2: doppelte Gleisverbindung im Bogen

Vorbemerkung

Nachdem die ersten Versuche zum Weichenselbstbau nach den üblichen Anfangsproblemen zum Erfolg führten (eigentlich müsste man nur die Bauanleitung lesen!), war der übernächste Schritt angesagt: eine Vorbildsituation sollte nachgebildet werden, und zwar eine doppelte Gleisverbindung im Bogen vor dem Nordportal des Tauerntunnels, also im Bahnhofsbereich von Böckstein. Die doppelte Gleisverbindung wird dort regelmässig genutzt, da das Ladegleis für die Tauernschleuse (Autoverladung) auf der östlichen Seite der Bahnhofsanlagen liegt (mehr dazu u.A. auf meiner Seite zur Tauernbahn).

Grundsätzlich besteht eine solche doppelte Gleisverbindung aus 4 Weichen und einer Kreuzung in der Mitte, so daß beliebig zwischen zwei Parallelgleisen gewechselt werden kann, also mit handelsüblichen Bauteilen problemlos nachzubauen ist - solange es sich um gerade Gleise handelt! 

Liegen die Gleise im Bogen, so reicht es nicht, statt der normalen Weichen (die jeweils mit der Abzweigung zueinander liegen) Bogenweichen einzusetzen, sondern auch die Kreuzung muss eine Bogenform aufweisen.

Flexible Tillig-Weichen

Tillig bietet eine flexible Weiche als Bausatz an, die sowohl als "normale" Innenbogen- als auch symmetrische Aussenbogenweiche zusammengestellt werden kann. Allerdings ist hierzu etwas mehr Aufwand als bei der einfachen Weiche erforderlich. Die Schwellen sind nicht mit festen, sondern mit dünnen zickzackförmigen Stegen verbunden, die sich dehnen und zusammenschieben lassen. Die Weichenzungen müssen je nach Einbau ggf. gekürzt werden, da sich durch das Biegen unterschiedliche Längen für die rechte bzw. linke Weichenzunge ergeben.

Folgende Vorgehensweise scheint mir dabei zweckmäßig:
auf einem (dünnen) Sperrholzbrett den Gleisverlauf aufzeichnen
Das Schwellenband ohne Schienen auf diesen Verlauf aufkleben, ggf. einzelne Stege zwischen den Schwellen auftrennen
Die Schienen und Weichenzungen anpassen (ggf ablängen und zurechtbiegen) und einschieben.

Zum Aufkleben der Schwellen auf das Holz hat sich Greven Sekundenkleber dickflüssig bewährt. Auch Heisskleber ist geeignet, aber hier ist die Zeit für Korrekturen nur sehr gering. Allerdings lässt sich der Heißkleber von den Schwellen leichter entfernen.
 
Die Bauteile im einzelnen: 

das Schwellenband aus Kunststoff, 6 Schienenstücke (incl. der Federzungen), zwei dünne Blechstreifen für die elektrische Verbindung, 2 normale und 2 Isolierschienenverbinder sowie die Stellschwelle.

Nachdem man die Anleitung durchgelesen hat,..
Werden die Schienen nun probeweise in das Schwellenband eingezogen, erkennt man, ob noch nachbiegen oder entgraten nötig ist. Vor allem die Federzungen können jetzt auf korrekten Sitz bzw. Stellfunktion geprüft werden, wobei allerdings das spätere Biegen an der Herzstückseite bzw. der Enden nach unten in die Stellschwelle berücksichtigt werden müssen - die Federzungen können jetzt noch nicht bis in die Endlage geschoben werden, da sie nach dem Zurechtbiegen nicht mehr herausgezogen werden können!
 

Das Ergebnis:

Hier einige Bilder aus der Bauphase:
 
Tillig und märklin im Vergleich Blick über den Gleisverlauf, wie er vom Bahnhof zum Tunnelportal verlaufen wird. Die Weiche rechts hinten ist noch unvollständig.
Die Doppelte Gleisverbindung im gleichen Bauzustand von oben. Es fehlen noch die Gleisverbindung im Aussenbogen sowie von der Weiche rechts aussen zur Kreuzung.
Neben der Baustelle die wichtigsten Werkzeuge: ein Seitenschneider mit watenfreiem Schliff, meine Spezialzange (eine kurze Flachzange, bei der dicht unter der Spitze jeweils eine Rille eingeschliffen ist; man kann damit Schienen halten, ohne die Lauffläche zu berühren), ein scharfes Messer, eine Schieblehre (wichtig zur Kontrolle der Spurweite!); das Schwellenband der Flexweiche rechts wird gerade geklebt und mit Wolfcraft-Zwingen gehalten.
Hier der Kreuzungsbereich im Detail. Die Radlenker fehlen noch. Die rotbraunen Schwellen im Kreuzungsebereich sind aus Platinenmaterial, die Schienen aufgelötet.


 

Verfasser: Peter Popp
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email: 
modellbahn@peter-popp.de
Modellbahnen im Internet: 
http://www.der-moba.de
Letzte Änderung 17.10.2000